BARF - oder: die Ernährung der Vierbeiner ist uns ein besonderes Anliegen.


Bis vor einigen Jahren wurden unsere Vierbeiner ganz konventionell mit Trockenfutter gefüttert. Wir waren von einer amerikanischen Marke namens Euk... überzeugt (kostete ja gutes Geld!) und auch davon überzeugt, dass man Hunde "eben so füttert und alles drin ist, was Hund so braucht".

Nur Moritz machte uns einen Strich durch die Rechnung. Er reagierte mit Durchfall. Trockenfutter über längeren Zeitraum mehrfach gewechselt und getestet, leider immer das gleiche "flüssige Ergebnis", gepaart mit stumpfen Fell und Juckreiz.

Nach einiger Lektüre im Internet, intensiven Gesprächen mit einer bereits frisch fütternden Freundin (*rohmachtfroh*) und Erfahrung von ähnlich Betroffenen, verbannten wir, mit ein bißchen Überwindung, den Futtersack in die Abstellkammer und stellten (zuerst nur Moritz) auf frische Kost um. Innerhalb von 2 Tagen verschwand der Durchfall, innerhalb weniger Wochen glänzte das Fell und der Juckreiz legte sich! Wie sich heraus stellte, leidet Moritz (wie viele seiner Artgenossen) an einer Getreideallergie.

Was verbirgt sich nun hinter "frischer Kost"?

Zur Beantwortung dieser Frage muss man kurz ausholen: der Verdauungstrakt (Maul/Zähne, Magen/Magensäfte, Darm) des Hundes gleicht dem des Wolfes. Der Hund ist ursprünglich ein Alles- bzw. Fleischfresser. Er verschlingt die Nahrung ohne zu Kauen; die aggressiven Magensäfte zerlegen die Nahrung in ihre Bestandteile und der Darm scheidet die Überbleibsel wieder aus. Zur Aktivierung der Magensäfte, benötigt es jedoch den Schlüsselreiz "Fleisch".

In den modernen Trockenfuttersorten ist überwiegend Getreide (bis zu 90%!) enthalten. Für die Deklaration der Inhaltsstoffe werden die zugegebenen Getreidestoffe einzeln aufgezählt und das Fleisch "naß" gewogen/ins Verhältnis gesetzt. Durch diesen optischen "Trick" steht das Fleisch steht daher an erster Stelle der Aufzählung und hinterlässt beim Verbraucher "ein gutes Gefühl".

In der Produktion wird das Getreide-Fleisch-Gemisch erhitzt, das Wasser entzogen und in Pelletform gepresst. Im Nachhinein werden synthetische Vitamine und Konservierungsmittel zugesetzt. (Nur am Rande bemerkt: wenn der Futterproduzent Rohstoffe einkauft, die bereits mit Vitaminen/Konservierungsmittel versetzt sind, darf er seine Ware trotzdem als z.B. Konservierungsmittel-frei deklarieren.)

Der Verdauungstrakt des Hundes kann aufgrund des hohen Getreideanteils diese Nahrung schlecht verdauen; die Pellets liegen dem Hund über Stunden "im Magen". Es stellt sich kein Sättigungs-Gefühl ein und der Output ist entsprechend groß.

Im Vergleich dazu heißt "Frische Kost", dass die Hunde sehr abwechslungsreich mit frischem Fleisch, Fisch & Knochen, Obst, Gemüse und etwas (!) Kohlehydraten (= Getreide) gefüttert werden. Der Fleischanteil liegt bei ca. 70% je Ration. (Futterpläne gibt es im Internet)

Im ersten Moment hört sich das antiquiert, umständlich, aufwendig und teuer an. Ist der Hund überhaupt mit allen Mineralstoffen versorgt, die er für ein langes Leben benötigt? Angeblich macht das rohe Fleisch den Hund doch "scharf"?

Unsere Erfahrung (bei 3 Hunden) ist, dass der Aufwand sicherlich höher aber organisierbar ist:

Wichtigste Zutat: ein geräumiger Tiefkühlschrank in greifbarer Nähe.

Zweite Zutat: regionale Fleischquellen (Schlachthof, Hundemetzger, Internet, Supermarkt) um preisgünstigen Vorrat anzulegen.

Dritte Zutat: einmal täglich dem Tiefkühler ein Fleischpaket entnehmen, auftauen und im Napf verteilen.

Vierte Zutat: Apfel/Karotte/Gurke/Zucchini etc. drüber raspeln und ggf. etwas Getreidebrei dazu (Geheimtipp, wenn es mal schnell gehen muss...Babygläschen mit reinem Gemüsebrei verwenden :-) ).

Fünfte Zutat: etwas Öl, Mineralien, Salz, etc. - Fertig!

Um Mangelerscheinungen vorzubeugen, muss grob ein Futterplan eingehalten werden. Die Gabe der notwendigen Bausteine erstreckt sich auf ein ganzes Monat (z.B. 2x Woche Salz, wöchentlich 1 Ei, etc.), was Abwiegen, Listen führen, etc. ziemlich schnell überflüssig werden lässt. ...und "scharf" sind unsere und viele befreundete Hunde nur auf`s Sofa, Bett und Streicheleinheiten!

Der Anblick des gefüllten Napfes macht, ähnlich wie ein selbstgekochtes Menü, Freude! Die Gesundheit der Vierbeiner (und damit eingesparte Arztkosten) und die leuchtenden Augen angesichts des leckeren Futters lässt den Zusatzaufwand schnell vergessen.

"...möchten Sie jeden Tag ein paar aufgeweichte Pellets (Fertiggericht) auf Ihrem Teller????"

P.S. die Futterfrage ist eine Frage der Philosophie. Echte Überzeugung ergibt sich meist aus eigener Erfahrung und weniger aus hitzigen Diskussionen :-). Voran gestellte Zeilen wollen zum Nachdenken anregen und können nur sehr grob informieren. Mehr Infos erhalten Sie hier:

BARF = Biologisch artgerechtes rohes Futter

Gesunde Hunde Forum

Auf Wunsch der Vierbeiner hier exemplarisch ein Menü: dies ist die Tagesportion für einen lebhaften, ca. 14 Kilo schweren (sportlichen) Rüden.

von Mitte links im Uhrzeigersinn:

-Couscous (Kohlehydrate; ob und wann Getreide gefüttert werden soll, gibt es sehr unterschiedliche Meinungen zu!)
-Hühnerhälse (Calcium-Versorgung)
-Hühnermägen (gab es reduziert im Supermarkt :-) )
-oben drauf: Champignons (abgezwackt vom Abendessen)
-Rindfleisch/Innereien-Mix (1x die Woche sollten Innerein auf dem Speisezettel stehen)
-oranger Fleck = Karotten - Babybrei aus dem Gläschen

der tägliche Fleischbedarf liegt bei Moritz bei ca. 250 bis 300 g und, zum Vergleich,
bei Flocke (etwas ruhigere Hündin mit ca. 11 Kilo) bei ca. 150 bis 200g.

Sieht doch lecker aus, oder?!

 

futternapf

 

 

 

www.almashiefer.de - Vierbeiner/Dogdance/BARF/T5-Cali

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