"Tagebuch"

unserer dritten Reise nach Kroatien im Mai 2013


Was`n los?

FlockeZita

Wo geht`s hin? Aha, nach Kroatien!

Nici

Mit dem hier?

Cali

Okay - kann losgehen - ich liege bequem!

Nici2

 

Am Freitag, 17.05.2013, nachmittag verschließen wir die heimische Haustür und erreichen nach 550km einem „freien Stellplatz“ mit Restaurant & Badehaus am Grenzübergang Spielberg. Das Restaurant noch aufgesucht und kurz vor Torschluss um 21 Uhr leckere Schnitzel munden lassen.

Bei Sonnenschein geht es am Samstag über Maribour und Zagreb in Richtung HR. An Grenze zu Kroatien (nicht EU-Land) reicht Jochen die Ausweise zur Kontrolle dem Zöllner. Dieser mustert die Ausweise und sagt: „Angela Judith, der Ausweis ist vor 1 Monat abgelaufen!“ Ach Du große (Sch***) Güte! Ich bin vollkommen überrascht und bitte, ob er nicht „ein Auge zudrücken“ könne... Der Zöllner hat Erbarmen, reicht uns zu meiner unendlichen Erleichterung die Ausweise zurück und winkt uns durch -- puuuuh!

Weiter geht`s auf gut ausgebauter Autobahn, Tempomat auf 130km/h, wenig Verkehr, flüssiges Fahren. Viele gut ausgebaute Rastplätze säumen den Weg. Die Landschaft verändert sich von sattem Grün zu etwas kargerer Landschaft. Nach weiteren 550km erreichen wir Split und verlassen die Autobahn. Split selbst spricht uns nicht an, eine Großstadt mit historischen Ortskern, drumherum scheußliche Plattenbauten und Industrie.

Auf dem Weg in Richtung Hafen wird der *tatataaaa* Lidl beworben. Neugierig betreten wir den Laden und sind baff erstaunt. Mindestens die Hälfte der Produkte sind deckungsgleich mit deutscher Ware ebenso die Anordnung & Präsentation, ergänzt um regionale, kroatische Lebensmittel. Unglaublich, sogar die Backstation ist identisch bzw. größer. Wir nehmen ein Ciabatta mit, welch Frevel, welch Verlust an Kultur, und beschließen, sollten die Sonderangebote im heimischen Lidl mal vergriffen sein, dann fahren wir halt nach Kroatien und decken uns dort ein.

Weiter geht`s in den Hafen von Split, dort auf die Carferry in Richtung Insel Brac, kurz darauf abgelegt. Ein Schwarm Möwen hat Spaß daran, im Fahrtwind mitzugleiten. Nach 1 Stunde Fahrzeit erreichen wir die Insel Brac und steuern nur wenige 100m entfernt vom Hafen einen Campingplatz an. Der Campingplatz Supetar hat keinen direkten Zugang zum Meer und ist etwas marode. Aus den Duschen hat man freien Blick in den Himmel, da irgendwie das Dach abhanden gekommen ist. Wir stören uns daran nicht, im Gegenteil wir genießen es, den Campingplatz mit nur 1 (!!!) weiteren Besucher zu teilen, genießen die große Parzelle, die hohen Pinien, die an heißen Sommertagen (momentan ca. 22 Grad) sicher herrlichen Schatten spenden, erkunden mit den Vierbeinern den Weg zum Strand und verbringen hier eine entspannte Nacht.

Split

 

Am Sonntag hängen wir etwas durch und beschließen, noch eine Nacht auf diesem friedlichen Flecken Erde zu verbringen. Rasch erreicht man das kleine Zentrum Supetar; wir essen in einem Hafenrestaurant zu Mittag und verbummeln den Tag.

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Supetar2

 

Supetar3

 

Montag: wir suchen das Museumsdorf bei Skrip auf. Mit uns landen einige Busladungen Touristen. Naja, soooo sehenswert ist das Museumsdorf nicht, eher stoßen uns einige fast schon aufdringliche Senioren ab, die uns am Ärmel ziehen, in ihre Katakomben führen und uns Wein und Olivenöl verkaufen wollen.

 

Reinfall
 

Was`n das für eine Ansammlung??

Reinfall2

 

Vom Museumsdorf geht es weiter auf den höchsten Punkt der Insel, den Vidova gora mit 778m Seehöhe. Erstaunlicherweise darf man den Berg mit dem Auto „besteigen“; es geht ca. 6km durch einen „Zauberwald“ und dann erreicht man ein eindrucksvolles Plateau. Man kann sich kaum sattsehen an dem tollen Panorama und dem Blick auf Festland, Inseln, Meer und dem „Goldenen Horn“, einen 600m langen Sandstrand bei Bol. Wir verweilen und beschließen, in der kleinen Konoba am Gipfelkreuz einzukehren. Eine kleine Platte Käse und Bauernschinken plus 2 Getränke munden exquisit und wir zücken munter den Geldbeutel...als wir den Preis, knapp 20€, hören, erstarren wir kurz. Was für ein Nepp! Nein, Discountpreise haben wir hier oben nicht erwartet, aber auch keine Abzocke.

 

oben3
 

oben1
 

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Wir rollen wieder bergab in Richtung des Touristenörtchens Bol und suchen einen Campingplatz. Wir klappern mehrere Alternativen ab, sind jedoch enttäuscht von der Lage. Spontan beschließen wir, der Insel Brac den Rücken zu kehren und fahren zum Fährort Sumartin. Im Reiseführer werden wir gewarnt, die Fähre verkehrt nur 3-5 mal täglich. So ist es; wir treffen gegen 16:30 Uhr ein und die Fähre hat um 15:30 Uhr letztmalig abgelegt. Kein Campingplatz weit und breit in Sicht. Was tun? Wild campen ist eigentlich verboten...wir suchen uns dennoch ein lauschiges Plätzchen bei Povlja und verbringen (zum Glück) eine ruhige Nacht.

Unser Urteil zur Insel Brac fällt zweischneidig aus. Landschaftlich ist es eine beschauliche, sehr grüne Insel. Es ist ruhig und das trotz der Pfingstferien in BW und BY; keine Kolonnen an „weißen Riesen“ die die Campingplätze belegen. Leere, gut ausgebaute Straßen, entspannte Kroaten :-). Die Örtchen sind etwas mit Bettenburgen massakriert und es ist einiges in Renovierung investiert worden. Mag sein, dass es daran liegt, dass Brac einen eigenen Flughafen hat? So ganz können wir uns für die Insel nicht erwärmen und wollen sehen, wie es uns auf der Insel Hvar ergeht.

Am nächsten Morgen (Dienstag) stehen wir pünktlich an der Fähre zum Festland (müssen rückwärts auf die Fähre drauf, ein Hoch auf den handlichen VW-Bus!) und setzen nach Makarska über. (Schon wieder ein Lidl am Wegesrand!) Dann geht es knapp 30km Küstenstraße südlich nach Drvenik um auf die Insel Hvar zu schippern. Auf halber Strecke machen wir halt und genehmigen den Vierbeinern einen netten Spaziergang; sehr erholsam, da es sich um eine schmale, fast ebene, geteerte Straße im Bergrücken handelt. Nici läuft auf die Terrasse einer Finca und checkt nicht, dass auf dem Stuhl eine Katze schläft. Erst als die Katze mit einem Fauchen aufsteht, sucht auch er beschleunigt das Weite *gg*.

NiciKatze2
 

...Katze links auf dem Stuhl im Schatten...

NiciKatze

 

Wegen Nebensaison sind es momentan nur 5 statt 19 Überfahrten täglich. Lange 3h Wartezeit müssen überbrückt werden *seufz*. Eeeeeeendlich geht es los. Wir sind froh, unseren Platz in der Schlange nicht aufgegeben und zeitig ein Ticket geholt zu haben. Obwohl jedes Fleckchen auf der Fähre ausgenutzt wird (drei Männer die wild auf eine Frau einreden, wie sie ihren Van doch bitte parken soll, damit das WoWa-Gespann auf noch drauf passt!), bleiben doch einige Fahrzeuge zurück. Nach knapp 30 Minuten ruhiger Fahrt erreichen wir gegen 18 Uhr die Insel Hvar. Ein schmales Küstensträßchen liegt vor uns, 40km/h auf 68km sind geboten! Nach kürzester Zeit erreichen wir den Campingplatz Mlaska bei Sucuraj und suchen uns einen schönen Stellplatz. Der Campingplatz liegt entlang einer Bucht, einfach ein Traum. (Nur die Sanitäranlagen sind, trotz schöner Fliesen, nicht wirklich gepflegt.)

Kaum angekommen...fängt es zu regnen an. Die Nacht zum Mittwoch als auch der Mittwoch sind gut verregnet. Wir vertrödeln den Tag. Immerhin ist es nicht kalt und so können wir unter der Markise außen sitzen und die Regentropfen ins Meer fallen sehen :-). Abends liegt eine gute Stunde ein heftiges Gewitter genau über uns und flutet den Campingplatz. Die Mütze für das Cali-Dach liegt trocken IM Cali....
 

Hvar4

 

Der Donnerstag startet mit Bewölkung, aus der es nach kurzer Zeit wieder ergiebig regnet. (12 Grad zeigt nachmittags das Autothermometer.) Wir haben das herumlümmeln satt und fahren nach Stadt Hvar. Die Straße ist sehr schmal und windet sich gute 65km dahin, das ganze garniert durch eine 8km lange Baustelle, eine Schotterpiste mit teils unbefestigten Schotter. Für unseren VW-Bus ist die Schotterpiste zu bewältigen als auch die Straßenbreite gerade ausreichend. Die „weißen Riesen“ haben erheblich mehr Probleme mit dem Sträßchen. Spannend wird es, wenn der Gegenverkehr „seine“ Spur nicht ausreizt und schlampige Kurven fährt, dann wird es wirklich eng. Das I-Tüpfelchen ist, dass die Straße auf großen Stücken direkt nach dem Teerende senkrecht abfällt, also keine rettende Bankette in Sicht ist.

Wir erreichen endlich Hvar und meine bessere Hälfte entscheidet, die Stadtbesichtigung dösend im Auto zu verbringen. Ich starte alleine, Jeans hochgekrempelt, die nackten Füße in Crocs. Ein perfekter Ersatz für Gummistiefel :-). Es schüttet aus Eimern und das Wasser läuft in kleinen Bächen die vielen antiken Stufen hinab. Mich begeistert die kleine Stadt; zwar wurde sie für den Touristenstrom aufgehübscht aber dies sehr stilvoll. Ich tingele etwas herum, auf echtes „Sightseeing“ habe ich keine Lust. Dank dem miesen Wetter genieße ich die Stadt jedoch fast Touristenfrei.

 

Hvar1
 

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die Inselmagistrale auf Hvar:

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Ein Blick auf die Wetterkarte bemüßigt uns, wieder zurück in den Süden zu „unserem“ Campingplatz zu fahren und für den folgenden Tag die Überfahrt zurück nach Drevnik zu planen.

Die Insel Hvar hat uns, trotz des schlechten Wetters, sehr gut gefallen. Getreu dem Motto: die sonnenreichste Insel mit nur max. 50 Regentagen im Jahr - und wir waren an 2 Tagen dabei :-)! Wiederum eine grüne Insel mit lieblicher Landschaft; laut Reiseführer mit Feldern von Lavendel, der im Juni blüht. Die „Felder von Lavendel“ sind uns verborgen geblieben, aber wir haben reichlich Lavendel gesehen. Dazu Weinanbau, Olivenbäume und kleine gepflegte Gemüsegärten.

Der Freitag weckt uns mit blauem Himmel! Die Trödelei wird urplötzlich durch einen (entsetzten) Blick auf die Uhr gestoppt - 8:45 Uhr, wir wollten spätestens um 9 Uhr zur Fähre (Abfahrt 09:45 Uhr) starten, haben noch nicht gepackt, abgespült (Frühstück) und gezahlt. Wir schalten den Turbo ein und fahren um 9:05 Uhr vom Campingplatz! Am Fährhafen angekommen stehen vor uns ein paar Autos in der Schlange. Noch 25 Minuten bis zur Abfahrt. Die ideale Gelegenheit, mit den Vierbeinern eine Runde um das Hafenbecken zu drehen. Ich laufe gemütlich und höre dann ein rufendes Tuten. Wir gehen retour und sehen die Autoschlange auf die Fähre einchecken. Holla die Waldfee, wir rennen das letzte Stück und im fliegenden Galopp, ins Schritttempo fahrende Auto, springen die Hunde in ihre Box und ich auf den Beifahrersitz. Wo ist das Ticket?!! Ja, hier im Fußraum *tauch“!
 

Faehreeilig

 

In Drevnik geht es auf die Magistrale, gute 20km südlich nach Ploce (Lidl!!), wieder auf eine Fähre, nun auf die Halbinsel Peljesac. Inselhopping :-). Wir suchen einen Campingplatz und werden in Orebic fündig. Der vom ADAC empfohlene Platz sagt uns nicht zu, eher eine reglementierte 4 - **** Hühnerhaltung, so wählen wir den Platz Glavna plaza. Noch als wir überlegen, wo wir unser „Apartment“ parken wollen, rollt ein Miet-weißer-Riese in den Platz. Respekt, denn der Platz ist winzig und wird durch hohe Palmen & Olivenbäume eingeschränkt. Der Respekt schmilzt, denn die junge Familie (die „Waltons“) ist mit dem Manövrieren überfordert. Die Campingplatz-Chefin weist ihnen einen, schattigen, Platz zu. Wir parken derweil auf einer kleineren Parzelle und bekommen mit, wie die „Waltons“ anregen, umzuparken, damit sie etwas Sonne bekommen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen; der weiße Riese steht im 90-Grad Winkel zu uns mit einem Abstand von ca. einem Meter! Genau genommen könnten wir unsere Fahrertür nicht mehr komplett öffnen, ohne einen Lackschaden zu verursachen. Auf meine, okay gereizte, Intervention nach etwas „Intimsphäre“, ernten wir verständnislose Blicke.
 

Parken1Parken2

 

Etwa 2 Stunden später; die „Waltons“ sind gerade in der Innenstadt, muss sich Nici plötzlich erbrechen. Ich löse schnell die Leine und er rennt um unser Mobil herum...ich schwöre, ich bin unschuldig...und Nici ko*** den „Waltons“ vor die Türe. Ich muss laut lachen, hole aber auch Zewa und Wasser und „putze“ die Bescherung weg....

Samstag früh reißt nach kräftigem Schauerwetter der Himmel auf und die Sonne verwöhnt uns wieder. Auf dem Hundespaziergang treffen wir einen Herrn, der ebenfalls seinen Hund Gassi führt. Es entspinnt sich spontane Hunde-Freundschaft und sie tollen im Sandstrand umher. Wieder gilt es zu packen und die Fähre von Orebic nach Insel Korcula zu besteigen. Wir fahren in das Örtchen Korcula, finden einen Parkplatz im Hafen und streifen im Städtchen umher. Korcula wird auch „Klein-Dubrovnik“ genannt. Ein malerisches Museumsstädtchen mit unzähligen Treppen, engen Häuserfluchten, Gassen, Winkeln und Wehrtürmen. Ein Geheimtipp ist das Städtchen nicht. Unzählige Cafe`s, Restaurants und Souvenirshops werben um die Gunst der Touristen, die auch per Kreuzfahrtschiff angekarrt werden. Zum Glück erleben wir das Städtchen in der Vorsaison, noch relativ ruhig.

 

Korcula1
 

Korcula2Korcula3
 

Korcula4
 

 

Zurück zum Cali und weiter in Richtung, lt. Reiseführer, der „schönsten Bucht der Insel“ in der Nähe von Pupnat. Lt. Beschreibung geht es eine steile, schmale, mit großen Schlaglöchern versehenen Straße hinab und man solle diese Ochsentour seinem Womo ersparen. Da wir mit einem wendigen Fahrzeug unterwegs sind, wollen wir die Bucht natürlich aufsuchen. Die Straße ist etwas besser als beschrieben und wir touren nach unten. Enttäuschung macht sich breit; unten wartet eine marode Strandbar auf uns, der Strand ist mit Abfall übersäht und wir haben schon an sich entzückendere Buchten gesehen.

Wir fahren weiter auf der „landschaftlich schönen Nebenstrecke“ zwischen Pupnat und Cara und durchqueren eine Ebene, links und rechts bestellte Felder mit Weinstöcken und Olivenbäumen. Hier bietet sich tatsächlich ein idyllisches Bild.

 

 

Wein1Baeume

 

Laut Straßenkarte soll es einen Campingplatz ca. 5km entfernt von Blato bei Bristva geben. Wir suchen die entsprechende Stelle auf, kurven zwar auf einem reizvollen Sträßchen direkt am Meer entlang; doch leider kein Camping weit und breit. Wir unternehmen einen zweiten Anlauf und folgen einem einsam in der Landschaft stehenden Wegweiser zu einem Campingplatz Ravna . Auf gut ausgebauter Straße erreichen wir das Autocamp in Prizba, gefühlt am Ende der Welt. Der rührige Inhaber hilft uns beim Einparken, wir stehen inmitten eines Olivenhaines, Äste werden gekappt bzw. weggebunden. 100m zum Supermarkt, 200m zum Strand und Restaurant. Leider ist uns der Wettergott nicht hold und es regnet ergiebig in der Nacht.

Am Sonntag beschließen wir, dem Olivenhain Adieu zu sagen und retour in Richtung Dubrovnik zu fahren. Direkt am Fährhafen zur Insel Mljet führt uns ein Abzweig zum Autocamp Prapratno . Der Campingplatz liegt ruhig in einer Bucht, eben, groß, sehr gepflegt. Auch für weiße Riesen geeignet; hier wimmelt es davon, es findet wohl ein Treffen von französischen Campern statt. Weiße Riesen wohin das Auge schweift; ab und zu lässt sich ein bisschen Meer erheischen.

Die Inseln Peljesac und Korcula haben uns sehr gut gefallen, es sind liebliche, grüne Inseln. Bis auf Orebic und Korcula ist hier das Kroatien noch sehr ursprünglich, man findet keine Bettenburgen und Touristenapartments sind stilistisch ansprechend „verpackt“. Die Inselmagistralen sind sehr gut ausgebaut und flüssig zu fahren. Jedoch sind Campingplätze rar und diese sind häufig weder auf Masse noch auf weiße Riesen ausgelegt. (Die Campingplätze bei Korcula waren m.M. erweiterte, enge, steile Vorgärten!) Die Kroaten sind sehr freundlich und hilfsbereit, verbreiten Wohlfühlcharakter.

Am Montag lacht die Sonne vom Himmel und wir verbringen den Tag geruhsam auf dem Campingplatz. Die französische weißen Riesen sind alle morgens abgereist und wir haben freien Blick auf`s Meer. Abends nehmen wir ein leckeres Essen im kleinen Restaurant des Campingplatz zu uns und unterhalten uns noch mit unseren Womo-Nachbarn aus Norwegen. Sie hatten eine einfache Anreise von 2650 km!

Der Dienstag startet verheißungsvoll. Wir rollen noch ein Stückchen nordwärts und besichtigen Ston. Die beiden Ortsteile Mali Ston und Veliki Ston liegen an 2 verschiedenen Buchten, sind durch einen Berg getrennt und sind durch ein ausgeklügeltes Befestigungssystem miteinander verbunden. Sie liegen direkt an der Zufahrt der Halbinsel Peljesac. Die Wehrmauer, die sich knapp 6km hinzieht, kann man begehen!

 

Ston1a
 

Ston2Ston3
 

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Nach diesem Vergnügen lenken wir unseren Cali nordwärts zum Fährhafen Trpanj zurück. Obwohl wir einigermassen zeitig ankommen (okay, ein kleines, winziges Bißchen knapp), ist die Fähre bereits überbucht. Es bleibt bis auf die letzten Meter spannend; 3 Fahrzeuge vor uns „geht nichts mehr“. Wir winken der Fähre hinterher und müssen nun 5 Stunden Wartezeit überbrücken (geschweige, dass unser Zeitplan etwas wackelt).

Da Mittagszeit ist, kehren wir in der Beach Bar der Bucht ein. Wir werden von einem jungen, sehr motivierten Koch begrüßt, der uns diverse frisch gefangene Fische anbietet. Wir entscheiden uns für Gambas an selbstgemachter Pasta. Zuvor werden wir als „Gruß der Küche“ mit einer Auswahl an Fischpastetchen verwöhnt. Die Nudeln sind der Hit, wir schlemmen und denken, dass so eine verpasste Fähre doch ihr Gutes hat :-).

 

Nudeln

 

Um 17:15 Uhr legen wir endlich ab, 1 Stunde später in Ploce wieder an, rutschen auf die Autobahn und düsen nach Sibenik, holen so die Zeit wieder ein. Wir übernachten auf dem kleinen Campingplatz Krka , ganz in der Nähe der berühmten Wasserfälle Krka.

Mittwoch früh kitzelt uns die Sonne im Bett, herrliches Wetter für einen Ausflugstag. Wir fahren nach Skradin, lösen Tickets für den Krka Nationalpark und werden per Boot zum Fuß des „berühmteren“ Wasserfall Skrdinski buk gefahren. Zuerst einmal kommt man sich vor, wie bei 30 Grad am Sonntag im städtischen Freibad. Geplärre, Geschrei, Touristenmassen. Eine gewisse Mulmigkeit stellt sich ein... der beeindruckende Wasserfall ist jedoch sehr stilvoll zu begehen; es wurden eine Vielzahl an Holzstegen gebaut, auf denen man „wandeln“ kann und die Massen werden gut verteilt. Die Natur rings herum lässt sich durch die Menschen nicht stören; Vögel singen, Frösche quaken, Fische stehen bewegungslos im Strom. Gute 2 Stunden umrunden wir den Wasserfall, ein echtes Highlight in diesem Urlaub. Dieses Naturschauspiel würden wir sicher ein zweites mal geniessen, sollten wir einmal wieder so weit südlich kommen.

Wasserf2
 

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Wasserf3
 

Froschfamilie!

Wasserf1c

 

Auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen...der Urlaub neigt sich dem Ende zu und wir MÜSSEN nun nordwärts fahren. Die Magistrale lässt sich gut fahren und wir rollen bis Zadar bzw. bis zum Pueblo Plateau, der Schlucht, in der in früherer Zeit Winnetou Filme gedreht wurden. Die Sonne steht tief und es ziehen Wolken auf, dennoch genießen wir den Blick nach unten. Irgendwie erinnert uns dieser Ort besonders an unseren verstorbenen Hund Moritz und so gedenken wir an ihn.

 

 

Schlucht1a

...und uns hat`s hier oben auch toll gefallen!

Schlucht2

 

Einen Katzensprung entfernt suchen wir den, aus Vergangenheit bekannten, Campingplatz Pisak auf. Es stürmt und regnet leicht, Mützenwetter für den Cali.

Der Donnerstag startet nass, es regnet, es schüttet, bis Mittag. Wir fahren bis kurz vor Senj und suchen dann das Bärenprojekt auf. Ca. 35km einfach sind auf einer kurvigen Bergstraße zu überwinden, doch der Weg lohnt sich. Am Bärengehege angekommen, werden wir von einem Volontär empfangen, herum geführt und erhalten viele Info`s zum Projekt als auch zu den Bären. http://www.baerenfreunde-kuterevo.de/ und ein Blog. Wir haben Glück und können einige Bären in nächster Nähe fotografieren. Eine besonders schöne Szene bietet sich, als ein Hund mit einem Bären, beide ca. 1,5 Jahre alt, ausgelassen spielen! Retour und, dem Cali sei dank, auf dem Campingplatz Ujca (die Galeriebilder sind toll!) eingecheckt. Dieser ist für weiße Riesen unzugänglich, da man ein kleines Tunnel durchqueren muss. Die angegebenen 2,80m in der Breite scheinen etwas optimistisch gemessen zu sein.....

Baer1
 

Baer2Baer3


...der Tunnel zum Campingplatz...

Tunnel

 

Schneller als gedacht ist es Freitag; wir bummeln noch kurz durch Senj und fahren über die Küstenstraße via Rijeka, dann Lubljana etc. retour nach Spielberg. Die verbleibenden 550 Kilometer nehmen wir am Samstag (01.06.2013) unter die Räder und erreichen nach 3100 pannen- und unfallfreien Kilometern (bei einem Gesamtschnitt von 9.8L/100km) wieder den heimischen Garten, der dank der Nachbarin bzw. dank dem Novemberwetter gut gewässert ist!

Fazit:

Hach, was sollen wir sagen, dieser Kroatienurlaub war einfach schön. Es ist uns sehr schwer gefallen, wieder nach Hause zu rollen :-). Das Wetter war zwar durchwachsen, aber zumindest hatte es nur 2 Tage echten Dauerregen. 3 grüne, liebliche Inseln haben wir besucht und von 2en sind wir wirklich begeistert.

Campingplätze waren auf den Inseln eher rar. Die Sanitäranlagen waren ähnlich durchwachsen wie das Wetter, von ganz schlimm bis hervorragend. Die Anmeldung von 3 Hunden an der Rezeption hat meist Erstaunen hervorgerufen, aber man fühlte sich dennoch willkommen. Meistens habe ich Gassiwege für die Hunde gefunden, wenn es auch manchmal „nur“ die Zufahrt zum Campingplatz war. Ein Nebensatz für die Barfer: Flocke hat diesen Urlaub Trockenfleisch bekommen. Sie hat es bestens vertragen und ich spiele mit dem Gedanken, beim nächsten Urlaub alle drei Hunde mit Trockenfleisch zu füttern. Dies hat erhebliches Einsparungspotential an Gewicht und Platz für Hundefutter.

Die Straßen waren gut befahrbar (kleine Ausnahme Hvar), Versorgung mit Lebensmitteln und Benzin überhaupt kein Problem. Insbesondere der Lidl hat sich in jeder größeren Stadt breit gemacht. Nur einmal in 14 Tagen hingen wir am Strom des Campingplatz, die Stromversorgung hat unsere neue, fleißige Solarzelle als auch die Lichtmaschine übernommen (auch für das Laden der Telefone, Laptop, Kamera).

Was zwischenzeitlich für uns Bayern vollkommen ungewohnt ist, ist das Rauchen in Gaststätten. Ein Hoch auf die bayrische Regelung; erst hier wird einem bewusst, wie unangenehm der graue Dunst tatsächlich ist.

Wir waren wieder mit unserem Cali unterwegs; eine Reise mehr, für die wir das Fahrzeug in all seinen Einschränkungen lieben. Wir sind etliche schmale Strecken in- und außerstädtisch entlang gekurvt, haben Einblicke und Ausblicke genossen; Strecken auf denen die weißen Riesen in der Breite bzw. der Höhe hoffnungslos überfordert wären. Leider geht der Trend zu „länger, höher, breiter“; oft von einem Rentner gesteuert, der sich im Führerhaus fast schon verliert. Und um außerhalb von Hauptverkehrsrouten und dem Campingplatzes etwas kennen zu lernen, muss dann hinten noch ein Roller mit. Auf der gut ausgebauten Magistrale wird mit Ach und Krach 60 oder 70km/h gefahren und auf dem Campingplatz bzw. Fähre werden fast zwei Stellplätze benötigt, um das rollende Heim abzustellen. Dafür Stauraum ohne Ende, um ja für jede Eventualität vorbereitet zu sein. Bei der Wahl des Stellplatzes ist nicht die Aussicht entscheidend, sondern ob die (natürlich elektrische) Satellitenschüssel TV-Empfang hat! Ist das noch die unbeschwerte Art Camping, die Camping einmal war? Oder schwingt das Pendel nicht ein Stück zu weit in Richtung „Komfort“ bzw. „Statussymbol“ aus? Fragen, die für uns momentan unerheblich sind. Ein Knopfdruck und das Dach des Cali ist oben, bequemes Reisen kombiniert mit 1-Zimmer-Wohnung mit Ausblick!

......mal sehen, wohin uns die nächste Reise führen wird; Ideen für eine weitere Reise nach Kroatien hätten wir einige :-)!

 

 


 

 

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